Initiative ergreifen und persönliche Kontakte zu Betrieben nutzen
Häufig ist es so, dass man über freie Ausbildungsplätze von Bekannten oder Verwandten erfährt, die zufällig einen Ausbildungsbetrieb kennen.
Auch die persönliche Nachfrage direkt bei den Betrieben bietet gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Fragen kostet nichts, hilft aber dem Zufall auf die Sprünge!
Ein Firmeninhaber hat ein ganz anderes Bild von jemandem, der persönlich das Unternehmen aufsucht, sich vorstellt und den er dadurch auch kurz sieht und kennenlernt als er ihn aus den Bewerbungsunterlagen bekommen kann. Zudem besteht dabei die Chance, die Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Ansprechpartner praktisch zu erleben.
Persönliche Stärken kennen und diese mitteilen
Um einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden, sollte man wissen, welche Stärken man hat. Verschiedene Berufe stellen unterschiedliche Anforderungen an den Arbeitnehmer. Diese Anforderungen sollten den persönlichen Stärken entsprechen.
Aufgrund der Hörschädigung, die der potentielle Arbeitgeber möglicherweise erst einmal als Einschränkung wahrnehmen wird, sind Hörgeschädigte für Arbeitgeber u. a. deshalb interessant, weil sie manchmal besondere Stärken mitbringen:
Zu diesen Stärken können erhöhte Konzentrationsfähigkeit und Aufnahmefähigkeit, eine hohe Motivation, ein besonders ausgeprägtes visuelles Wahrnehmungsvermögen, eine hohe Firmentreue und Zuverlässigkeit, überdurchschnittliche Arbeitsproduktivität sowie Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit, Selbständigkeit und Offenheit gehören.
Die persönlichen Stärken sind natürlich sehr individuell. Allerdings sollte man seine Besonderheiten mit Blick auf den angestrebten Ausbildungsplatz dem zukünftigen Arbeitgeber unbedingt mitteilen. Dies erhöht die Chance auf einen Ausbildungsplatz!
Offen mit der Hörschädigung umgehen
Der Versuch, die Hörschädigung zu verheimlichen oder auch erst möglichst spät anzusprechen, muss zu einem negativen Verlauf der Bewerbung führen. Der potentielle Arbeitgeber wird es als Vertrauensbruch werten und daher von einer Einstellung des unehrlichen Kandidaten absehen.
Die Hörschädigung sollte schon in der Bewerbung erwähnt sein. In vielen Fällen kann eine Hörschädigung sogar ein Pluspunkt sein, denn manche Dinge können Hörgeschädigte einfach besser als Hörende. Geht offen mit der Hörschädigung um und habt keine Angst im Kontakt mit Hörenden, auch nicht während des Vorstellungsgesprächs.
Zudem signalisiert der Hinweis auf die Hörschädigung Mut und Selbstbewußtsein und lässt den Bewerber vertrauenswürdig erscheinen.
Praktika und Ferienjobs machen
Oftmals haben Personalentscheider Ängste, Hörgeschädigte einzustellen. Wie soll die Kommunikation in der Ausbildung und später am Arbeitsplatz funktionieren? Kann der hörgeschädigte Auszubildende die gleiche Leistung bringen wie sein hörender Kollege?
Durch Praktika und Ferienjobs können Barrieren und Vorurteile abgebaut werden. Im direkten Kontakt zu den Firmen kann man seine Stärken zeigen. Somit erhöhen sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erheblich.
Zudem erhält man auch für sich einen intensiven Eindruck, wie der spätere Arbeitsalltag in dem Unternehmen aussehen wird. Selbst ein Praktikum, an dessen Ende man feststellt, dass einen ein derartiger Job gar nicht interessiert, ist insofern schon ein Erfolg. Die Suche wird dann in eine andere Richtung fortgesetzt.
Über Fördermöglichkeiten informieren

Arbeitgeber, die bisher keinen Kontakt zu hörgeschädigten Arbeitnehmern hatten, wissen oft nichts über Fördermöglichkeiten, wie sie z.B. über den Integrationsfachdienst genutzt werden können.
Dadurch können weitere Schwellen abgebaut werden, indem man sich vorab z.B. über konkrete technische Unterstützungen bei der eigenen Arbeitsplatzausgestaltung informiert und dem Arbeitgeber diese Möglichkeiten während des Vorstellungsgesprächs mitteilt.
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