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Der Streichelzoo im Kaisergarten in Oberhausen und die dazugehörigen Grünanlagen standen am 18.01.2010 auf dem Programm – etwas genauer gesagt - die Frage, wie eine Ausbildung zum Tierpfleger aussieht oder was man als Garten- und Landschaftsbauer während der Ausbildung so macht.
Freundlich empfangen wurden wir zuerst von Frau Dr. Perrey, der Leiterin des Tiergeheges, auf dem Betriebshof der OGM. Von dort ging es zum nahegelegenen Bauernhof im Tiergehege, wo uns bereits Herr Olbers, Auszubildender zum Zootierpfleger im dritten Ausbildungsjahr, erwartete.
Dass es bei der Tierpflege häufig richtig zur Sache geht, man bei Wind und Wetter sicherstellen muss, dass die Tiere gut versorgt sind und alle Käfige und Volieren gereinigt werden, wurde aus seinen Erzählungen schnell klar. Das hat wenig mit dem Bild zu tun, welches man derzeit im Fernsehen durch die aktuellen Zooserien vermittelt bekommt. Natürlich ist man für die Tiere da, aber die meiste Zeit benötigen die Reinigung der Anlage und das Füttern und die Versorgung der Tiere. Anders als im Fernsehen dargestellt, ist relativ wenig Zeit dafür, sich mit den Tieren zu befassen oder ihnen gar irgendwelche Kunststücke beizubringen.
Vor der Ausbildung absolviert man ein Praktikum. Das hat den Sinn, dass der Schüler den späteren Arbeitsalltag hautnah kennen lernt und sich ein Bild von dem Beruf machen kann. Mancher merkt dann schnell, dass der Beruf nicht zu seinem Idealbild passt, den ganzen Tag mit putzigen Tieren herumzuspielen. Und auch die Mitarbeiter der OGM können sich so einen Eindruck verschaffen, ob der Praktikant als zukünftiger Auszubildender ins Team passen würde oder nicht.
Herr Olbers erklärte auch, welche Probleme einige Besucher verursachen, indem sie den Tieren falsches Futter geben. Selbst Döner und Pommes Frites waren schon dabei. Und auch das häufig mitgebrachte Brot wird aus Vorsichtsgründen von der OGM in den aufgestellten Containern gesammelt. Was viele Besucher leider nicht wissen: Brot kann bei Ziegen Darmverschluss verursachen, was im schlimmsten Fall zum Verenden der Tiere führen kann.
Spannend war zu hören, dass demnächst ein weiterer Wolf auf der Anlage dazukommt, mit dem man dann die Nachzucht versuchen will.
Spätestens aber, als wir dann alle zusammen an den verschiedenen Tiergehegen vorbeiliefen, waren die Schüler nicht mehr zu bremsen und Herr Olbers stellte sich kompetent den zahlreichen Fragen zu den vielen unterschiedlichen Tierarten. So erfuhren wir auch, dass die Frau vom Hirsch nicht Reh heißt, sondern Hirschkuh, was für manchen neu war. Am Rande wurde der aktuelle Meerschweinchenpreis erfragt, da der Kaisergarten die Tiere auch verkauft. Und trotz des kühlen Wetters machten die Wasserratten ihrem Namen alle Ehre und schwammen unbeirrt drauf los.
Anschließend empfingen uns Tim und Jens Koschnik, die bei der OGM im Bereich Garten- und Landschaftsbau tätig sind. Die beiden Brüder teilten sich den Vortrag auf. Der Ältere erzählte etwas zur Ausbildung und zum Berufsbild des Gärtners. Der jüngere Bruder, der derzeit im dritten Ausbildungsjahr bei der OGM ist, steuerte seine praktischen Erfahrungen als Azubi bei.
Garten- und Landschaftsbau ist sehr vielseitig. Dazu gehören zum Beispiel das Anlegen von Beeten, aber auch die Unterhaltung aller Grünflächen im Bereich der OGM. Neben solchen Parkanlagen wie dem Kaisergarten auch Grünstreifen auf den Straßen oder Wiesenflächen im Stadtgebiet. Oder auch der Baumschnitt sowie das Anlagen von Pflasterflächen und das Errichten von Mauern.
Bei der Arbeit kommen zahlreiche Maschinen zum Einsatz wie z.B. Bagger, Hubwagen, Rüttelplatten und Kettensägen, die der Garten- und Landschaftsbauer bedienen können muss. Hier ist der gleiche Ablauf wie bei den Tierpflegern vorgesehen. Begonnen wird mit einem Praktikum, passt alles, hat man vielleicht die Chance auf einen Ausbildungsplatz.
Zum Abschluss versammelten wir uns dann noch an einer Natursteinmauer im Kaisergarten, die von den Auszubildenden der OGM errichtet worden war. Die einzelnen Steine wiegen bis zu 100 Kilo und die sollte man als Gärtner zusammen mit einem Kollegen schon tragen können. Damit war aber auch klar: Neben dem Know How spielt hierbei auch Kraft eine wichtige Rolle – aber auch für Frauen ist der Beruf geeignet – auch wenn die körperliche Belastbarkeit niedriger ist als bei Männern, so gibt es grade im Bereich der Gestaltung von Grünflächenanlagen im Team für Frauen die Möglichkeit, z.B. aktiv den kreativen Part bei der Planung der Flächen zu übernehmen. Bei den schweren Erdarbeiten helfen dann die Kollegen gerne. Die Koschniks waren sich einig: Für sie ist es vor allem die Vielseitigkeit, die der Beruf mit sich bringt, die sie daran so begeistert.
Vielen, herzlichen Dank an Fr. Dr. Perrey und ihr Team, die uns diesen spannenden Einblick in die Praxis der Zootierpflege und den Garten- und Landschaftsbau ermöglicht haben und insbesondere herzlichen Dank an Herrn Olbers und die Herren Koschnik, die uns fachkundig betreut und mit spannenden Informationen versorgt haben.
Adresse:
OGM GmbH
Tiergehege im Kaisergarten Am Kaisergarten 30
46049 Oberhausen
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